Kulturingenieurin


 

Silvia Tobias, 50 Jahre, tätig als Forschungsprogrammleiterin an der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL


Welches Studium hast du absolviert?

Studium der Kulturtechnik an der ETH Zürich (1982–1987); anschliessend Promotion an der ETH Zürich im Gebiet der Ingenieurbiologie (naturnaher Erd- und Wasserbau; 1987–1991)

 

Warum hast du dieses Studium absolviert?

Mich interessiert die sichtbare, erlebbare Umwelt, die Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur. Geografie war in der Schule mein Lieblingsfach. Ich suchte aber ein angewandteres, technischeres Studium als Geografie. Kulturtechnik war damals das ideale Studium; Umweltnaturwissenschaften oder Umwelttechnik gab es damals noch nicht.

 

Was hat dir an dem Studium gefallen, was nicht?

Fasziniert hat mich die ausserordentliche Breite an Themen. Wir hatten die vielfältigsten Fächer, von Vermessung über Raumplanung, Strassenprojektierung, Stahlbetonbau bis Gewässerschutz und Wildbachverbauung. Dadurch lernte ich schon sehr früh, in grossen Zusammenhängen zu denken, was mich in meinem heutigen Berufsleben besonders qualifiziert.

Ich habe es damals bedauert, dass wir kein obligatorisches Praktikum absolvieren mussten. So habe ich mir freiwillig während den Semesterferien verschiedene kleinere Praktika organisiert.

 

Wie hast du den Einstieg in das Berufsleben erlebt?

Das war eigentlich gar nichts Besonderes.

 

Was machst du heute? Was beinhaltet deine Arbeit?

Ich leite komplexe Forschungsprogramme oder Verbundprojekte und schreibe Synthesen aus den Resultaten der verschiedenen Teilprojekte. Ich muss auch die Ressourcen für die Forschungsarbeiten akquirieren und bin für die Verbreitung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis zuständig. Dazu engagiere ich mich in verschiedenen Kommissionen und halte häufig Vorträge an Tagungen in der Schweiz und an internationalen Kongressen.

 

Was gefällt dir an deiner Tätigkeit besonders?

Es ist wieder die thematische Breite von Ökologie, Raumplanung und sozialwissenschaftlicher Forschung. Das Denken in grossen Zusammenhängen ist gefragt. Mein Ausbildungshintergrund ist dabei von hohem Nutzen. Ich kann mit ExpertInnen aus den verschiedensten Fachgebieten kommunizieren und habe mir so ein umfangreiches Netzwerk an wichtigen Kontakten aufgebaut.