Guter Informatikunterricht ist spannend, korrekt und verständlich

Um spannenden, korrekten und verständlichen Unterricht zu gestalten, benötigen wir – laut dem amerikanischen Bildungspsychologen Jerome Bruner1 – sowohl ein tiefes Verständnis der Materie als auch eine geduldige Ehrlichkeit in deren Präsentation. Die Informatik ist nicht oberflächlich begreifbar. Wie das Positionspapier des SVIA und VSMP über Informatik als Grundlagenfach2 treffend besagt: «Mathematik, Physik und Informatik als Schulfächer haben gemeinsame Wurzeln und ähnliche Zielsetzungen. […] Die drei Fächer denken in abstrakten Systemen und nutzen konsequent formale Sprachen. Zudem bauen sie auf formellen abstrakten Abläufen auf, denen ein algorithmisches Denken zugrunde liegt. Sie bieten darüber hinaus ein Trainingsfeld für eine systematische Problemanalyse, das Entwickeln von Lösungsstrategien und das kritische Evaluieren von Lösungen.»

Spannend

Ein Verständnis von Informatik verleiht uns allen Einblicke in die Dynamiken der Welt. Wie in der Mathematik und Physik können wir in der Informatik Modelle der Wirklichkeit oder der Zukunft erstellen. In der Informatik sind die Modelle ausführbar: Wir können unsere vereinfachte oder erträumte Wirklichkeit simulieren und in unserer Simulation beliebige Aspekte beobachten und manipulieren. Wir können nicht nur eigene Welten erschaffen und erkunden, wir können auch unsere reale Welt besser begreifen. Die Informatik erlaubt es uns, für bestimmte Fragestellungen Antworten abzuleiten. So können wir beispielsweise Aussagen von Interessenvertretern überprüfen, indem wir vertrauenswürdige Rohdaten (zum Beispiel vom Bundesamt für Statistik) analysieren und interpretieren.

Spannender Informatikunterricht kann auf Beispielen und Übungen basieren, die Schüler:innen ihr stets wachsendes Verständnis der Materie praktisch erfahren lässt. Dabei sollte auch die ethische Verantwortung der Lernenden in Bezug auf die diversen Einsatzmöglichkeiten ihrer Informatikfähigkeiten thematisiert werden.

Korrekt

Die Informatik basiert auf formalen Sprachen und Systemen. Für guten Informatikunterricht ist die Korrektheit unserer Unterrichtsmaterialien und Aussagen essenziell. Mehrdeutigkeit und imperfekte Analogien sind für die Entwicklung eines soliden Verständnisses hinderlich. Diese Stolpersteine sind allerdings nicht beschränkt auf die Informatik. Wie folgt beschrieb es der bekannte Physiker Richard Feynman, nachdem er für die kalifornische Curriculum-Kommission3 eine fünf Meter lange Reihe von Mathematik-Schulbüchern begutachtet hatte: «[The books] would try to be rigorous, but they would use examples (like automobiles in the street for «sets») which were almost OK, but in which there were always some subtleties. The definitions weren’t accurate. Everything was a little bit ambiguous.»

Untersuchungen zu Fehlvorstellungen im Programmierunterricht4 führen oft zu mehrdeutigen oder gar inkorrekten Unterrichtsmaterialien – von Lehrbüchern über im Unterricht verwendete Diagramme bis hin zu notionalen Maschinen – als Ursprung für Fehlvorstellungen der Schüler:innen. Nur ein solides und tiefgehendes Verständnis der zu unterrichtenden Konzepte hilft, diese Schwächen zu erkennen und zu korrigieren

Verständlich

«We begin with the hypothesis that any subject can be taught effectively in some intellectually honest form to any child at any stage of development.»

Diese Aussage Jerome Bruners impliziert, dass auch tiefgreifende Informatikkonzepte auf beliebigen Schulstufen wirkungsvoll unterrichtet werden können. Der Schlüssel dazu ist die Vereinfachung. So kann man zum Beispiel die essenziellen Konzepte der Programmierung auch mit simplen, formal korrekt gestalteten Sprachen lehren, anstatt eine komplexe, in der Industrie verbreitete (und mit unzähligen Ausnahmen und Macken behaftete) Sprache zu verwenden. Die momentan in Schulen beliebte Sprache Python zum Beispiel ist formal betrachtet etwa vier- bis zwölfmal so umfangreich wie Racket BSL, die wir als erste Programmiersprache an der USI in Lugano unterrichten. Auch wenn man als Lehrperson von der extra Komplexität abzulenken versucht: Die Schüler:innen werden trotzdem damit konfrontiert; sei es mit Fehlermeldungen, in Code-Beispielen aus dem Internet oder KI-generierten Lösungen von Programmieraufgaben.

Die Informatik als Lernbereich ist sehr komplex und ermöglicht und erfordert gerade deshalb spannenden, korrekten und verständlichen Informatikunterricht.

 

 

Text: Matthias Hauswirth, Associate Professor an der USI (Università della Svizzera italiana) in Lugano. Sein Spezialgebiet sind Programmiersprachenkonzepte in der Bildung.

 

1 Bruner, Jerome. 1960. The Process of Education. Harvard University Press. S. 22.
2 SVIA+VSMP Positionspapier. 2022. «Informatik als Grundlagenfach».
3 Richard Feynman. 1985. Surely You’re Joking, Mr. Feynman! 1. Ausgabe. W. W. Norton. S. 292.
4 www.progmiscon.org

 


Vier Fragen an Workshopleiter Michael Dillo

Michael Dillo leitet seit vielen Jahren den Workshop "Brückenbau" an unseren Technik- und Informatikwochen. In dem Workshop haben die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, mithilfe ausgewählter Materialien, wie z.B. Kartonplatten und -schachteln, Papier, Schnur und Holzstäbchen, eine möglichst stabile Brücke zu bauen. Dabei ist natürlich auch Teamwork gefragt!

Im Videointerview erklärt der studierte Bauingenieur unter anderem, welchen Beitrag die Technik- und Informatikwochen aus seiner Sicht zur MINT-Nachwuchsförderung leisten, was er an der Arbeit mit den Jugendlichen besonders schätzt und welche Tipps er für die Berufswahl gibt.

 

Interview: Nathalie Künzli, Projektleiterin IngCH

 

 

 

 

 


Ein Jahr Präsident von IngCH: Überraschungen, Erfolge, aber auch Herausforderungen

Als Vorstandsmitglied von IngCH hatte ich im April 2022 das IngCH-Präsidium von Edi Rikli übernommen. Eine Übergabe ohne Fehl und Tadel: eine bestehende grossartige und motivierende Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung und dem Vorstand, ein Eins-a-Dossier und -Netzwerk, alles nachgeführt und mit den Statuten auf dem neusten Stand. Eine Poleposition in das Präsidium. Dazu ein herzliches Dankeschön nochmals an Edi Rikli für die tadellose Präsidentschaft über die letzten zehn Jahre. Nach einem Jahr im Amt blicke ich auf Überraschungen, Erfolge, aber auch Herausforderungen zurück.

Die Überraschungen

  • Die Vielzahl der unterschiedlichen Vereine und Gremien, welche einen ähnlichen, jedoch nicht denselben Förderzweck wie IngCH haben. Da besteht einiges an Konsolidierungspotenzial. Dies nicht nur im Sinne einer «Vereinfachung» für Mitgliederfirmen, sondern auch, um Prozesse, Netzwerke und Anlässe besser aufeinander abzustimmen. IngCH geht hier mit gutem Beispiel voran und hält eine Zusammenführung in einem finalen Diskussionsstand. Aber der Teufel liegt im Detail: Wie können unterschiedliche Statuten und Mitgliederbeiträge zusammengeführt werden ohne den Verlust von Beiträgen? Wir bleiben dran!
  • Die unglaublich umfassende und positive Reputation von IngCH. Diese verdanken wir hauptsächlich der super Basisarbeit unserer Projektleiter:innen, welche jeder Informatik- und Technikwoche und jedem Meitli-Technik-Tag den nötigen Feinschliff verpassen. In diesen Projekten stecken jahrzehntelange Aufbauarbeit, Erfahrung und ein unermüdliches Netzwerken, unter anderem von der Geschäftsleitung, insbesondere von Lea Hasler. Ein Telefonat dort, eine E-Mail hier, und die Sachen sind organisiert und abgesprochen. Das ist mitunter einer der grossen Werte, und damit geht die sehr gute Reputation von IngCH einher. Man kennt IngCH!

Die Erfolge

  • Durch den Ausfall von Veranstaltungen und Workshops während der COVID-19-Pandemie mussten wir schnell auf digitale Formate umsteigen. Wir organisierten erfolgreich virtuelle Events, Webinare und Mentoring-Programme, die uns erlaubten, weiterhin unsere Zielgruppen zu erreichen. Die Rückkehr zu physischen Anlässen verlief tadellos und wie gehabt mit sehr gutem Rücklauf aus Schulen und Firmen. Wir sind wieder vor Ort!
  • Und da noch eine Überraschung: Wie unglaublich umfangreich die Vorbereitungsarbeiten zum ETH-Industrie-Dialog sind. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Unser Flagship-Anlass ist nach zwei Jahren Pause wieder sehr gut aufgenommen worden. Wir netzwerken weiter!

Die Herausforderungen

  • Neue Mitgliedschaften sind trotz unbestrittenem und erhöhtem Bedarf an unseren Aktivitäten sehr schwer zu gewinnen. Umso mehr schätze ich die langjährigen Beziehungen zu den bestehenden Mitgliedern. Deren Pflege ist mir ein wichtiges Anliegen. Dem Eintritt eines neuen Mitglieds stehen leider seit meinem Antritt zwei Austritte gegenüber. Die Mitgliederakquisition ist aufwendiger und von geringerer Ausbeute als gedacht. Aber: Wir werben weiter!

Alles in allem war es ein Jahr mit viel Freude in der Zusammenarbeit mit den Mitgliedern, der Geschäftsleitung und dem Vorstand. Wie jede Präsidentschaft verlangt auch dieses Engagement Zeit und Motivation. Etwas, das ich nach vielen erfolgreichen Geschäftsjahren in einem globalen Unternehmen gerne bereit bin, weiterzugeben.
In diesem Sinne: IngCH, die tun was!

 

Martin Schürz, IngCH-Präsident

PS: Falls Sie diese Zeilen lesen und Ihre Firma noch nicht Mitglied bei IngCH ist, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich bei mir oder Lea Hasler melden.

 


Fünf Fragen an Berufsbildner Sandro Toldo

Sandro Toldo ist seit 5 Jahren Leiter Berufsbildung bei MAN Energy Solutions. Zusammen mit IngCH führt er regelmässig Meitli-Technik-Tage durch. Welchen Beitrag diese zur Nachwuchsförderung leisten, was einen guten Lehrbetrieb ausmacht und wie sich MAN für die Diversity einsetzt, erklärt Sandro Toldo im Videointerview.

Vielen Dank an MAN Energy Solutions, Sandro Toldo und Samuel Wernli für die Zusammenarbeit.

 

https://youtu.be/-yYDMF0BrMU

 

 

Interview: Lena Frölich, Projektassistentin IngCH; Produktion und Schnitt: Samuel Wernli, Mediamatiker in Ausbildung, MAN Energy Solutions

 

 

 

 

 


Stress im Büro durch Tipp- und Klickverhalten erkennen

ETH-​Forschende haben ein Modell entwickelt, das Stress am Arbeitsplatz nur daran erkennt, wie Menschen tippen und ihre Computermaus bewegen. Damit könnten Erwerbstätige dauerhaftem Stress frühzeitig vorbeugen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Tipp-​ und Mausverhalten der Proband:innen im Büro sagt besser voraus, wie gestresst sie sich fühlen, als ihre Herzfrequenz.
  • Gestresste Menschen bewegen den Mauszeiger öfter und ungenauer. Ausserdem machen sie beim Tippen mehr Fehler und Pausen.
  • Das Modell der ETH-​Forschenden könnte Erwerbstätigen dereinst ermöglichen, dauerhaften Stress im Büro frühzeitig vorzubeugen.

Jede dritte erwerbstätige Person in der Schweiz leidet unter Stress am Arbeitsplatz. Betroffene merken oft erst wenn es zu spät ist, dass sich ihre körperlichen und geistigen Ressourcen dem Ende zuneigen. Umso wichtiger wäre es, arbeitsbedingten Stress möglichst früh dort zu erkennen, wo er entsteht: am Arbeitsplatz.

Forschende der ETH Zürich machen nun einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Mittels neuer Daten und maschinellem Lernen entwickelten sie ein Modell, das nur anhand unseres Tipp-​ und Mausverhaltens erkennt, wie gestresst wir sind.

Hinzu kommt: «Wie wir auf unserer Tastatur tippen und unsere Maus bewegen, scheint in einer Büroumgebung besser vorherzusagen, wie gestresst wir uns fühlen, als unsere Herzfrequenz», erklärt Studienautorin Mara Nägelin, die an der Professur für Technologiemarketing und am Mobiliar Lab for Analytics der ETH Zürich forscht. Richtig eingesetzt, könnten diese Erkenntnisse in Zukunft dafür genutzt werden, um erhöhtem Stress am Arbeitsplatz frühzeitig vorzubeugen.

Gestresste Menschen tippen und klicken anders

Die ETH-​Forschenden belegen in einem Experiment, dass gestresste Menschen anders tippen und ihre Maus bewegen als entspannte Menschen. «Wer gestresst ist, bewegt den Mauszeiger öfter und ungenauer und legt längere Wege am Bildschirm zurück. Entspannte Menschen gelangen dagegen auf kürzeren, direkteren Wegen an ihr Ziel und lassen sich dabei mehr Zeit», sagt die Mathematikerin Nägelin.

Darüber hinaus machen Menschen, die sich im Büro gestresst fühlen, mehr Fehler beim Tippen. Ihr Schreibstil folgt einer Stopp-​and-Go-Logik mit vielen kurzen Pausen. Entspannte Menschen machen hingehen weniger und dafür längere Pausen, wenn sie auf einer Tastatur schreiben.

Erklären lässt sich die Verbindung zwischen Stress und unserem Tipp-​ und Mausverhalten mit der sogenannten Neuromotor-​Noise-Theorie: «Erhöhter Stress wirkt sich negativ auf die Fähigkeit unseres Gehirns aus, Informationen zu verarbeiten. Dadurch werden auch unsere motorischen Fähigkeiten beeinträchtigt», erklärt die Psychologin Jasmine Kerr, die mit Nägelin forscht und Mitautorin der Studie ist.

Bürostress möglichst realitätsnah simulieren

Um das Stress-​Modell zu entwickeln, beobachteten die ETH-​Forschenden 90 Proband:innen im Labor beim Abarbeiten von möglichst realitätsnahen Büroaufgaben wie Termine planen oder Daten erfassen und analysieren. Dabei zeichneten sie sowohl das Maus-​ und Tastaturverhalten als auch die Herzfrequenz der Proband:innen auf. Zudem befragten die Forschenden die Teilnehmer:innen mehrmals während des Experiments, wie gestresst sie sich fühlen.

«Wir waren überrascht, dass das Tipp-​ und Mausverhalten besser voraussagt, wie gestresst sich Probandinnen und Probanden fühlen, als die Herzfrequenz.»
Mara Nägelin

Während ein Teil ungestört arbeiten konnte, musste sich ein anderer Teil der Proband:innen zusätzlich einem Bewerbungsgespräch unterziehen. Die Hälfte davon wurde ausserdem immer wieder durch Chat-​Nachrichten unterbrochen. Im Unterschied zu früheren Studien anderer Wissenschaftler:innen, wo die Kontrollgruppe oftmals gar keine Aufgaben lösen musste und sich entspannen konnte, mussten im Experiment der ETH-​Forschenden alle Proband:innen die Büroaufgaben erfüllen.

«Wir waren überrascht, dass das Tipp-​ und Mausverhalten besser voraussagt, wie gestresst sich Probandinnen und Probanden fühlen, als die Herzfrequenz», sagt Nägelin. Die Studienautorin erklärt sich dies damit, dass sich die Herzfrequenzen der Proband:innen beider Gruppen nicht so stark unterschieden, wie bei anderen Studien. Ein möglicher Grund: Auch die Kontrollgruppe war aktiviert, was eher der Realität am Arbeitsplatz entspricht.

Datenschutz muss gesichert sein

Aktuell testen die Forschenden ihr Modell mit Daten von Schweizer Arbeitnehmenden, die sich bereit erklärt haben, dass ihr Maus-​ und Tastaturverhalten sowie ihre Herzdaten mittels einer App direkt am Arbeitsplatz aufgezeichnet werden. Die gleiche App befragte die Arbeitnehmenden auch regelmässig nach ihrem Stresslevel. Die Ergebnisse sollten Ende des Jahres vorliegen.

Eine Stresserkennung am Arbeitsplatz wirft aber auch einige heikle Fragen auf: «Unsere Technologie wird nur dann akzeptiert und genutzt, wenn der Datenschutz und die Anonymität gewährleistet sind. Wir wollen den Erwerbstätigen helfen, Stress frühzeitig zu erkennen, und kein Überwachungstool für Firmen schaffen», betont Kerr. Wie eine App aussehen müsste, die diese Anforderungen erfüllt und einen verantwortungsvollen Umgang mit den sensiblen Daten sicherstellt, untersuchen die Forschenden zudem in einer anderen Studie unter Einbezug von Arbeitnehmenden und Ethiker:innen.

 

Autor: Christoph Elhardt

Quelle: ETH 

Bild: Andrey Popov / Adobe Stock

 

Literaturhinweis

Naegelin M, Weibel RP, Kerr JI, Schinazi VP, La Marca R, von Wangenheim F, Hoelscher C, Ferrario A: An interpretable machine learning approach to multimodal stress detection in a simulated office environment. Journal of Biomedical Informatics 2023, 139: 104299, doi

Meitli-Technik-Tage bei MAN Energy Solutions

Gestern fiel der Startschuss für die diesjährigen Meitli-Technik-Tage.

Bei MAN Energy Solutions erhielten die 20 Teilnehmerinnen während 2 Tagen Einblick in die Berufe Konstrukteurin, Produktionsmechanikerin und Polymechanikerin. Daneben erwartete sie ein Produktionsrundgang und verschiedene interaktive Workshops.  Vielen Dank an MAN Energy Solutions für das spannende Programm!

Für die nächsten Meitli-Technik-Tage im Juni bei IBM, Feller AG und UBS sind noch Plätze frei. Anmelden kann man sich über unsere Webseite.


Wearables – tragbare Technik

Wearables sind Minicomputer zum Anziehen. Sie werden direkt am Körper getragen, zählen Herzschläge, Schritte und vieles mehr und ziehen daraus ihre Schlüsse: Wie fit bin ich? Bewege ich mich ausreichend? Esse ich zu viel? Schlafe ich zu wenig? Wearables zeichnen es unbestechlich auf und schlagen Alarm, wenn die Werte ausserhalb der Norm liegen. Und weil sie mit dem Internet verbunden sind, lassen sich die Resultate mit den Resultaten anderer vergleichen.

Ihr Feedback spornt an: Es hilft das Training zu optimieren oder sich gesunde Ziele zu setzen. Das findet Anklang. Fast 445 Millionen Wearables wurden 2020 weltweit verkauft. Aber Wearables sind nicht nur Freizeitbegleiter: Auch in Medizin und Pflege spielen sie eine immer grössere Rolle. Um Daten erheben zu können, brauchen Wearables eine ganze Reihe von Sensoren. Hier ein paar der wichtigsten:

  • Drucksensoren messen Höhenänderungen
  • GPS-Module erkennen den Standort und zeichnen Routen auf.
  • Beschleunigungsmesser zeichnen die Richtung, Intensität und Geschwindigkeit von Bewegungen im dreidimensionalen Raum auf.
  • Fotooptische Sensoren zeichnen die Herzfrequenz auf. Aus der Variabilität der Herzfrequenz, d.h. der Zeit, die von einem Herzschlag zum anderen vergeht, wird der Stresslevel ermittelt.
  • Optische Infrarot-Sensoren durchleuchten Adern und Blutgefässe und berechnen anhand der Menge des absorbierten Lichts den Puls und den Sauerstoffgehalt im Blut.
  • Gyroskope erfassen Drehbewegungen.
  • Bioelektronische Sensoren leiten einen schwachen Strom durch den Körper und messen den Widerstand: Bei Fett, das ein schlechter Stromleiter ist, ist er grösser, bei Muskelgewebe kleiner.
  • Temperatursensoren messen die Temperatur der Luft oder der Haut.

Wo gehen die Daten hin?
Schlüsse aus all diesen Daten zieht die Tracker-Software. Meist werden die Daten zur Auswertung an eine App übermittelt, die auf einem Smartphone oder Tablet läuft oder auf einem Server in der Cloud. Das geschieht meist drahtlos, z. B. über Bluetooth. In der App durchlaufen die Sensordaten eine Reihe von genau vorgegebenen Schritten, d.h. sie werden von sogenannten Algorithmen verarbeitet. Diese vergleichen die erhobenen Daten mit Trainingsdaten. Intelligente Algorithmen durchforsten sie selbstständig nach bekannten Mustern.

Viele, viele Daten
Wearables sammeln gewaltige Mengen von Daten. Die Tracker wissen also sehr viel über uns, unsere Gesundheit und unsere Gewohnheiten. Solche sogenannten personenbezogenen Daten sind sensibel, weil sich daraus aufschlussreiche Profile erstellen lassen. Für Gerätehersteller, die Werbeindustrie und auch die Gesundheitsbranche sind diese Daten Gold wert.

Wo sind die Daten gespeichert?
Die wenigsten Daten bleiben lokal auf dem PC gespeichert. In der Regel wandern sie zur Bearbeitung in die Cloud der Anbieter. Das kann problematisch sein, wenn die Server im Ausland stehen, wo andere Datenschutzbestimmungen gelten.

Wie sicher sind die Daten?
Dass Daten manipuliert werden oder in unbefugte Hände gelangen, kann nie ganz ausgeschlossen werden. Neue Datenschutzbestimmungen verlangen aber, dass der Datenschutz schon bei der Entwicklung der Geräte beachtet wird. Das Schweizer Unternehmen Vorn Sports zeigt, wie das geht: Es entwickelt ein Wearable, das Daten verschlüsselt an den Server übermittelt.

Wem gehören die Daten?
Gesundheitsdaten gelten als besonders schützenswert. Laut Datenschutzgesetz dürfen sie ohne die ausdrückliche Einwilligung der Betroffenen nicht bearbeitet oder weitergegeben werden. Diese müssen ausserdem genau wissen, wer Zugang zu den Daten erhält und was mit ihnen geschieht.

Wo die Reise hingeht
Heute sind die meisten Wearables Sport- und Lifestylegeräte zur «Selbstoptimierung». Aber weil sie mit dem technischen Fortschritt immer kleiner, leistungsfähiger und ihre Resultate präziser werden, werden sie auch in der Medizin immer wichtiger. Denn sie machen es möglich, Patient:innen aus der Ferne zu überwachen und zu beraten. Chronisch Kranke oder ältere Menschen könnten so weiterhin zu Hause leben und dabei trotzdem medizinisch eng begleitet werden. Unnötige Sprechstunden würden vermieden und Notfälle früher erkannt. Zudem steckt in den grossen Mengen an Gesundheitsdaten viel wertvolles Wissen für genauere Diagnosen, neuartige Medikamente und «personalisierte» Therapien.

 

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Technikmagazin „TechnoScope“ der SATW. Den ganzen Text finden Sie hier.

 

Bild:  ra2 studio/ Adobe Stock

 


Levitronix ist neues Mitglied bei IngCH

Wir freuen uns, Levitronix als neues Mitglied bei IngCH begrüssen zu dürfen!

Levitronix ist führend in der Technologie von magnetgelagerten Systemen für die Förderung von Flüssigkeiten und spezialisiert in der Entwicklung von mechatronischen Produkten.


Am Meitli-Technik-Tag den Traumberuf entdeckt

Samira hat an einem unserer Meitli-Technik-Tagen bei Siemens teilgenommen und so den Beruf der Automatikerin für sich entdeckt. Mittlerweile ist sie dort Automatikerin im zweiten Lehrjahr. Auch wenn man ihr in der Schule erst davon abriet, wusste sie schon immer, dass sie einen technischen Beruf wählen würde. Heute ist sie froh, dass sie den Mut hatte, ihren eigenen Weg zu gehen. Im Videobeitrag erzählt Samira davon, welche Tätigkeiten einen als Automatikerin erwarten, welche Aufgaben ihr besonders in Erinnerung geblieben sind und gibt Tipps für die Berufswahl.

 

https://www.youtube.com/watch?v=KbjzbKbUXN8

 

Quelle Video: tecindustry


Erster IngCH Roundtable: Strategien gegen den Fachkräftemangel

Am 16. März wurde zum ersten Mal das Eventformat «IngCH Roundtable» durchgeführt. Die erste Ausgabe war dem Thema Fachkräftemangel gewidmet und fand bei IBM in Kooperation mit Siemens statt. Rund sieben Vertreter:innen aus dem Bereich Human Ressources / Talent Acquisition der Mitgliederfirmen IBM, Open Systems, Siemens, Sonova und UBS nahmen teil. Neben konkreten Beispielen, mit welchen Mitteln und Strategien IBM und Siemens dem Fachkräftemangel entgegenwirken, konnten die Teilnehmenden sich in vertraulichem Rahmen Erfahrungen austauschen.

Die Idee hinter diesen Roundtables ist es, einen informellen Austausch zu verschiedenen Themen zwischen leitenden Vertreter:innen unserer Mitgliedsunternehmen zu ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf offenen Diskussionen unter den Teilnehmenden. IngCH plant zwei bis drei Roundtables pro Jahr mit wechselnden Themen zu organisieren.


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